„Es wird auf der Welt keinen Frieden geben, solange in der Liebe Krieg ist.“
Dieser Satz der Journalistin und Friedensaktivistin Leila Dregger ist um die Welt gegangen und hat Tausende von Menschen dazu bewegt, Friedensarbeit als Beziehungsarbeit zu verstehen, die zwischen den Geschlechtern beginnt, in die Gemeinschaft führt und erst endet, wenn Männer und Frauen, die allesamt im selben Boot sitzen, endlich auch in dieselbe Richtung rudern – zum Wohle der Menschen und von Mutter Gaia.
In ihrem neuen Buch „Frau-Sein allein genügt nicht – mein Weg als Aktivistin für Frieden und Liebe“ schreibt Leila Dregger gegen die „gottverdammte Duldsamkeit“ an, die wir alle leben, wenn wir bestehende Verhältnisse beklagen – und als unveränderbar akzeptieren. Sie schreibt für Frieden, „der Bestand hat, weil er nichts schön färbt oder verdrängt, sondern auf Wahrheit aufbaut, auch wenn sie erschreckend oder roh ist, ein Friede, in dem auch die Wut und die Empörung und das Ringen um ein anderes Leben ihren Platz haben.“
„Um eine gewaltfreie, partnerschaftliche Politik zu realisieren, in der Menschen die Erde, die Natur und andere Menschen und Völker als Gegenüber respektieren, brauchen wir eine Kultur, die die Quellen des Lebens, die Sexualität, die Erde und das weibliche Prinzip ehrt.“
Kenntnis und Liebe können die Erde heilen
Leila Dregger erzählt ihre eigene Geschichte schonungslos aufrichtig und persönlich: ihre Erfahrungen von Liebe, Sexualität und Beziehungen. „Je intimer ich schreibe, um so allgemeingültiger werden die Erkenntnisse“, stellt sie fest – und spannt so den Bogen zur politischen Bedeutung der Sexualität. Sie durchleuchtet aktuelle globale Themen unserer Zeit im Hinblick darauf, „wie doch noch so etwas wie Frieden entstehen könnte.“
„Friedensarbeiter und Politiker brauchen die Visionskraft, die aus Kenntnis, Liebe und Zärtlichkeit für das andere Geschlecht kommt.“
Kulturkrankheit Eifersucht
Unter dem Patriarchat, das die Liebe zum Besitz macht, leiden Frauen ebenso wie Männer. Eifersucht ist nach der Überzeugung Leila Dreggers „keine individuelle, sondern eine Kulturkrankheit. Unsere ganze Kultur beruht auf diesem falschen Denksystem; Politik, Ökonomie, Zusammenleben, sogar Religionen bauen auf dem Trauma der Trennung.“ Unter dieser Prämisse zielt „jede Handlung darauf ab, den erneuten Verlust zu vermeiden“ – und verursacht in Folge Angst, Machtmissbrauch und Gewalt.
Eine neue Vision und Freude am Lebendigen
Um persönlich, sozial und politisch Frieden zu leben, braucht es nach Ansicht der Autorin ein „anderes Leitbild für Liebe, Treue und Partnerschaft“ statt der gängigen Vertragsbeziehung: „ich liebe dich, wenn du mich liebst.“ Dies finden wir in einem sozialen Umfeld, in dem eine „Grundversorgung an Intimität, Heimat, Kontakt, Erotik und Freundschaft“ gewährleistet ist.
„Stell dir vor: Überall steigen Menschen aus dem alten System der Gleichgültigkeit aus. Sie sprechen, wenn es Zeit ist, die Stimme zu erheben. Sie finden sich zu Gemeinschaften zusammen. Sie lassen sich nicht mehr von ihrer Angst dominieren, sie haben eine andere innere Leitschnur gefunden, eine Leitschnur aus festem Mitgefühl und Freude am Lebendigen.“
Über die Autorin:
Leila Dregger, geb. 1959, wurde Agraringenieurin, weil sie für Lebensmittelgerechtigkeit eintrat und Landkommunen gründen wollte. Sie wurde freie Journalistin, um über weltweite Alternativen zu berichten, und gab eine Frauenzeitschrift heraus, um der weiblichen Stimme Gehör zu verschaffen. Sie arbeitet mit dem Global Ecovillage Network zusammen und lebt, wenn sie nicht unterwegs ist, im „Heilungsbiotop 1 Tamera“ in Portugal.
Frau sein allein genügt nicht
Leila Dregger
edition Zeitpunkt, 2017. 196 S. CHF 19.–/EUR 17.–.
ISBN 978-3-9523955-6-1
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