So sehr der Steirer seine Heimat liebt, so sehr liebt er auch sein steirisches Kürbiskernöl. Der steirische Ölkürbis prägt das Landschaftsbild der grünen Mark ebenso wie seine weitläufigen Wälder und hügeligen Flusslandschaften.
Das aus den gerösteten Kürbiskernen durch hydraulische Pressung gewonnene dunkelgrüne Speiseöl ist charakteristisch für seinen nussig-aromatischen Geschmack. Es ist hierzulande nicht nur die Krönung für fast jeden Salat, sondern hat auch als Aufstrich, in Suppen, als Likör, auf Vanilleeis und in vielen weiteren Variationen Einzug in die heimische und mittlerweile auch internationale Küche genommen. Außerdem schmeckt es nicht nur hervorragend, sondern ist obendrein noch sehr gesund.
Schon meine Großmutter behandelte Nieren und Blasenleiden mit Kürbiskernöl. Außerdem solle es gut für die Prostata und den Blutdruck sein. Tatsächlich wird ihm in der Volksmedizin eine positive Wirkung bei der Behandlung von Blasenentzündung, Reizblase sowie Nieren- und Prostataleiden nachgesagt. Weiterst wird es bei Arteriosklerose und zu hohem Blutdruck eingesetzt und soll eine entzündungshemmende sowie antioxidative Wirkung haben.
Da ihm ebenso hautpflegende Eigenschaften nachgesagt werden, hat es sogar in der Kosmetik Einzug genommen in Form von Seifen und verschiedenen hautpflegenden Cremes.
Aber was ist nun wirklich dran an dem grünen Gold das dem Steirer wertvoll ist wie sein eigen Blut?
Eine erste Studie des Instituts für Biochemie an der TU Graz hat ergeben, dass das steirische Kürbiskernöl tatsächlich einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leistet. Da es sehr reichhaltig an Antioxidantien ist, bietet es einen wirksamen Schutz vor freien Radikalen. Tatsächlich hat es die höchste Antioxidanskraft im Vergleich zu allen anderen untersuchten Speiseölen.
Derzeit werden weitere Untersuchungen fortgeführt, da noch viele mögliche biologische Effekte des Kürbiskernöls zu erwarten sind.
Für den Steirer ist und bleibt das Kürbiskernöl so herrlich wie seine Heimat, die er liebt.
Um es mit den Worten eines Reinhard P. Gruber zu sagen:
„Wie kein anderes Volk liebt das Steirervolk seine Heimat. Es lebt seine Heimat. Es identifiziert sich mit ihr. Es ist selbst die Steiermark.“ (aus dem Leben Hödlmosers)
Kernöl-Topfen-Aufstrich
Für dieses einfache Rezept mit steirischem Kürbiskernöl benötigt man nur wenige Zutaten.
1 Becher (veganen) Topfen (Magerquark)
2 bis 3 EL gehackte Kürbiskerne
4 bis 5 EL Kürbiskernöl
Salz und Pfeffer
Topfen ist das österreichische Wort für Quark. Für diesen Aufstrich verwende ich bevorzugt Magertopfen, also Magerquark. Es ist auch möglich, dafür veganen Quark zu verwenden. Dieser wird gut mit dem Kürbiskernöl verrührt. Anschließend werden die gehackten Kürbiskerne untergehoben und der Aufstrich wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Kürbiskernöl oxidiert an der Luft nach einiger Zeit und wird dann leicht bitter im Geschmack. Daher sollte man diesen Aufstrich, ebenso wie fertige Salate mit Kürbiskernöl, nicht zu lange offen stehen lassen. Verschlossen in einem Glas oder einer Tupperware ist der Aufstrich im Kühlschrank über mehrere Tage haltbar. Am besten schmeckt er auf frischem Bauernbrot mit Gemüse der Saison aus dem eigenen Garten.
Literaturhinweise:
Gilbert O. Fruhwirth et al.: Production technology and characteristics of Styrian pumpkin seed oil. – in: European journal of lipid science and technology 110 (2008), S. 637-644
Gilbert O. Fruhwirth et al.: Seeds and oil of the Styrian oil pumpkin: Components and biological activities. – in: European journal of lipid science and technology 109 (2007), S. 1128-1140
Production technology and characteristics of Styrian pumpkin seed oil. – in: European journal of lipid science and technology 110 (2008) , S. 637 – 644
Seeds and oil of the Styrian oil pumpkin: Components and biological activities. – in: European journal of lipid science and technology 109 (2007) , S. 1128 – 1140
Unsere Kolumnistin Alexandra Wagner war schon als Kind von Kräutern und Pflanzen begeistert. Aufgewachsen in der Südsteiermark, hatte sie ihre ersten einfachen Kräuterrezepte von meiner Großmutter übernommen. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung als Chemielabortechnikerin an der TU Graz beschritt sie später einen zweiten Bildungsweg. Sie studierte Pharmazie an der Karl-Franzens Universität in Graz. Im Jahr 2017 veröffentliche sie ihr erstes Buch „Der Duft der Liebe“.
Hier gibt es weitere Informationen: https://www.andi-und-alex.at